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Good bye, Germany
Jetzt ist es fix. Zum 01.07.2008 verlasse ich dieses Land, das mir über drei Jahrzehnte Heimat, Geißel, Hort der Freude, des Erbrechens, Partylocation, Ernährer, Standbein meiner Depressionen und Ort fast all meiner Erinnerungen und Erlebnisse war. Hier wurde ich geboren, hier bin ich aufgewachsen, hier bezog ich meine bescheidene Bildung, hier liebte, weinte, hasste, lachte, echovierte, fickte, heiratete, hier fiel ich, hier stand ich wieder auf, hier leben fast alle, die ich jemals gekannt habe, hier bin ich fast gestorben. Hier habe ich gelernt meinen Weg zu machen, Arschlöcher zu ignorieren, meine Meinung gegen jeden Widerstand zu verteidigen, hier habe ich mich fett gefressen, wieder schlank gehungert, hier habe ich angefangen zu saufen, wieder aufgehört um erneut anzufangen, hier ist alles, was ich war und bin.
Follow up:
Bis auf die Zukunft, die liegt im Nachbarland. Pathos? Ja! Ich bin verwirrt. Einerseits schon jetzt wehmütig, trotz allem Machogetue ängstlich, aber auch zuversichtlich und voller Motivation für einen ganz neuen Anfang.
Ich gebe mein Singledasein auf, dass ich nie richtig genoß, das mich über kurz oder lang ruiniert und umgebracht hätte, für eine Frau, die restlos alles verdient hat, was man nur Gutes zu tun in der Lage ist. Dennoch ein befremdliches Gefühl, der Begriff "Freiheit" geistert durch den glühenden Kopf, obwohl ich nie frei war, in der Sinnlosigkeit meiner einsamen Existenz gefangen. Eigentlich gebe ich nichts auf, ich gewinne nur hinzu, was ich mir immer wünschte. Trotzdem hat eine merkwürdige Unsicherheit von mir Besitz ergriffen. Ist es richtig? Klar! Fühlt es sich auch so an? Ich weiss es nicht... Ambivalenz, wo ich gehe und stehe, greife und erreiche. Muss das so sein? Vielleicht.
Vermutlich ist das jetzt die zweite Chance in meinem überwiegend verpfuschten Leben. Die Chance aufzustehen, mich Aufgaben und Verantwortungen zu stellen die mir den Sinn geben, den ich so lange vergeblich gesucht habe. Wie auch immer, ich wünsche mir Glück und allen, die mich künftig zu ertragen haben.
Ein letztes Wort an meine Gläubiger: Leckt mich am Arsch und fickt Euch mit Schmackes ins Knie. Keiner von Euch hat auch nur einen Cent der Unsummen verdient, die ich Euch in den letzten Jahren, oft hungernd und darbend, in den feisten Hals habe werfen müssen. Schluß damit. Ich bin frei. Frei, zu gehen. Und ich gehe!
