Arbeit essen Seele auf
BastiH beschreibt hier ein Phänomen, welches ich auch immer häufiger in meinen verschrobenen Gedanken entdecke und welche ich als potentielles Zeitgeistproblem der nahen Zukunft in Erwägung ziehe: Zeitlecks im persönlichen Alltag.
Wenn das morgendliche Aufstehen schon als erster Punkt von der täglichen ToDo-Liste gestrichen wird, man von einem task zum nächsten eilt und sich schließlich, ohne konkrete Erinnerung an den verstrichenen Tag über die einbrechende Dunkelheit wundert, hat man vermutlich ein Leck im individuellen Zeitkontinuum.
Kurzschluss: Peter Zolam
Anmerkung: Zwar hat BastiH sich augenscheinlich aus dem "Business" zurückgezogen und sich auch nicht mehr wegen der anderen Kurzschlussteilnehmer und deren Links gemeldet, aber ich ziehe das jetz durch. Wenn ich andere Kurzschluss-Texte finde, linke ich sie unten rein.
Zur Erläuterung: http://chaosplanet.phlekmaz.de/kurzschluss/
edit: Gefundene Mitautoren:
- http://www.frauvonwelt.com/?p=387
- http://glamourdick.twoday.net/stories/5117402/
- http://to01.de/2008/08/28/roots-bloody-roots/
Hab ich nun alle?
Im letzten Augenblick zog Peter zurück. Eine später nachweisbare Verunreinigung wäre zu unprofessionell, als das er sich damit würde arrangieren können. Zufrieden mit seinem Tun sortierte er seine Extremitäten und nutze die Zeit bis zum Abklingen der Wirkung zum romantischen Sinnieren über vergangene Tage.
Seine Berufswahl stand schon im zarten Alter von pubertären 15 Jahren felsenfest, einem Zeitungsartikel des lokalen Tagesblattes zum Dank, ab diesem Zeitpunkt richtete er all seine Bemühungen nur noch auf dieses eine Ziel aus.
Hamstergedanken im Speedrausch
... ob es wohl einen Sinn hat, dass ich hier laufe? Ich erkenne ihn nicht... Denke ich das noch, oder träume ich schon? Die Welt verwischt zu adrenalinstreifigen Verfolgungsjagden mit wummernden, getriebenen Bässen in meinem Ohr. Wie bin ich nur hier her gekommen? Wer hat mir gesagt, dass ich laufen soll? Ob ich denen, die mich so aufopferungsvoll dazu gebracht haben, mir die Seele aus dem gebrechlichen Leib zu rennen, mich bis zum Tunnelblick zu verausgaben, jede Vernunft, jeden Verstand, und jede Sorge um mich selbst fallen zu lassen, auch gefalle, so wie ich ich mich plage? Bin ich nicht einfach erbärmlich in meinem rastlosen, ziellosen Stereotyp? Wo führt es hin, das Rad, wo endet der Kreis? Endet ein Kreis? Nährt das Blut meiner aufgeschürften Pfoten irgendetwas, irgendwen? Bin ich noch ich, war ich je? Warum fresse ich, um zu laufen, wenn ich laufe, um zu fressen? Weiss irgendjemand, was ich hier tue? Weiss irgendjemand irgendetwas? Was wird geschehen, wenn ich stehenbleibe, breche ich zusammen,oder finde ich Ruhe? Wird die paranoide Angst vor dem Stillstand mich über den Tod hinaus laufen lassen? Was ist der Tod, Erlösung durch Stillstand, Ende der Qualen, Linderung meiner Schmerzen, das Ende des Kreises, Erkenntnis, Verdammnis, oder einfach nur ein unspektakuläres Ende ohne irgendwas?
Ganz egal, ich muss laufen...
Warum eigentlicht...?
... dürfen redundant gackernde Pensionisten auf großer Kaffeefahrt von meinen Sozialleistungen mich Samstagsmorgens um SIEBEN von der Straße aus aus dem Bett lamentieren (wobei es mich einen SCHEISSDRECK!! interessiert, wieviel Zimt Erna im Sommer in den Apfelstrudel gibt!), aber ich muss nachher die Hirnmasse, das Blut, die Panikfäkalien und die Knochensplitter vom Bürgersteig schrubben?
... muss ich fünfmal am Tag die Software meines iPhones aktualisieren, um immer wieder neue Fehler zu finden, aber keine Beschreibung der mit dieser Version behobenen?
Schlagzeilen blind kommentiert (III)
Peking: Panzer am Olympia-Gelände stationiert
Laut dem chinesischen Sprecher des Olympischen Komitees will China hiermit nicht etwa Macht und Stärke demonstrieren, oder gar vor erwarteten Terroranschlägen schützen, die Gründe liegen tiefer und sind auf der ethisch/moralischen Ebene zu suchen: Mit der Drohung, jeden nicht-chinesischen Medaillengewinner beim Verlassen der Stadien mittels eines Panzers zu erschießen, soll die Welt vor einem globalisierten Kulturschock bewahrt werden. Eine Nation, die jahrzehntelang dafür bekannt war, Menschenrechte mit stahlbekappten Füßen zu treten, kann sich nicht binnen weniger Monate als weltoffen, tolerant und am Weltgeschehen interessiert zeigen, ohne das die amtierenden Staatsführerinnen hysterische Menstruationsattacken erleiden.
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